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Lernen in Kreisen

In Anlehnung an den Pädagogen Pestalozzi (1746-1827) sehe ich das Lernen in konzentrischen Kreisen als ein Grundbaustein in der Hundeerziehung an.

Was bedeutet dies genau?

In der Hundeerziehung fokussieren wir uns meistens auf ein Problem, welches wir verständlicherweise weg bekommen möchten.

Ich verdeutliche es einmal an dem Thema Leinenführigkeit.

Der Hund zieht uns quer hin und her des Weges oder schleift uns fast hinterher, um zu seinen beliebten Zielen zu kommen.  Ob am Anfang eines Trainings oder auch im späteren Verlauf ist es wichtig, die konzentrischen Kreise im Blick zu haben.

Den ersten Kreis kann man als den inneren Kreis bezeichnen. Das ist der Ort, wo sich der Hund sicher fühlt, wenig bis gar keine Ablenkung hat.

In den meisten Fällen wird es das Zuhause sein, in der Wohnung, auf der Terrasse oder im Garten.

Der zweite Kreis, ist der mittlere Kreis. Das ist der Ort, den der Hund gut kennt, seine Lieblingsrunde oder seine altbekannte Runde, die er fast täglich geht.

Der dritte Kreis ist der äußere Kreis. Das ist ein Ort, den der Hund nicht oder kaum kennt, es sind neue Gerüche da, viele Ablenkungen, fremde Hunde oder ein neues Stadtgebiet.

Jedes Training beginnt nun von innen nach außen.

Oft machen wir den Fehler, dass wir sofort schon am Symptom oder im äußeren Kreis beginnen zu trainieren. Hier findet dann oft Überforderung statt. Der Hund ist gestresst und ruft alte gelernte Strategien ab, anstatt Neues zu lernen. Der Trick ist, im inneren Kreis das neue Verhalten so gut zu etablieren, dass man zum  nächsten Kreis übergehen kann.

Die Zahl der Kreise ist dabei nicht statisch, es können je nach Individualität und Schwierigkeit des Trainings auch mehrere Kreise sein.

Auch wenn im ersten Kreis alles kein Problem ist, verweile ich hier noch etwas. Im Beispiel Leinenführigkeit: Ich stelle mich über mehrere Tage ins Wohnzimmer und übe hier das Laufen an lockerer Leine.

Der zweite Kreis, der Garten oder ein Hof oder eine Wiese direkt vor der Haustür ohne Ablenkung, wird genauso gefestigt. Bis es zum äußeren Kreis kommt, dauert es eine Weile.

Wir können uns das so vorstellen, wir lernen chinesisch, eine neue Sprache, die sicher sehr schwierig ist. Es fällt uns leichter zuhause die Vokabeln zu lernen, wenn wir ganz ungestört sind. Sind wir schon etwas fit in der Sprache, können wir auch mal in einem Cafe unseren Lerninhalt lernen. Sind wir allerdings mitten im Vorweihnachtstrubel in einem Einkaufscenter, werden uns auch die Reize überfluten und das Lernen neuer Vokabeln fällt uns sehr schwer.

 

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